Monte Cinto 2'706m
Nach der gestrigen Tour, haben wir noch eine Rekognoszierungsfahrt für heute gestartet und mussten leider feststellen, dass die Naturstrasse von Lozzi bis zur
Bergerie de Pinzuta 1‘561m zu stark ausgewaschen ist um mit unserem 4x4 Subaru Forrester da hoch fahren zu können. Man könnte sich von einheimischen Landrover Fahrern für ca. 100.- Euro pro Weg
hinauf transportieren lassen, doch das ist uns zu teuer und so stellen wir uns auf eine lange Tour ein. Schon in den frühen Morgenstunden marschieren wir vom Parkplatz beim
Camping Monte Cinto in Lozzi 1‘080m los. Den Steinmandli folgend, die Strasse abkürzend, vorbei an blühendem
und betörend riechenden Ginster, vor uns der Vollmond und im Rücken der Sonnenaufgang…..so wandern wir genüsslich in aller Ruhe bis zum Refuge de l’Erco 1‘667m. Da es nach
Prachtwetter aussieht und wir zeitlich sehr gut vorangekommen sind, entscheiden wir uns spontan für den landschaftlich eindrücklichen und wilden
Aufstieg über die Gletscherschliffe zum schönen Lac du Cinto 2‘189m. Ab hier folgt ein etwas mühsamer Teil des Aufstiegs. Über das ziemlich lebendige steile
Geröllfeld suchen wir uns den Weg von Steinmann zu Steinmann hinauf zur Pointe des Eboulis 2‘607m, wo wir mit der Route von Haut- Asco zusammen treffen. Den gut sichtbaren roten
Punkten folgend, queren wir nun die Südflanke des Monte Cinto und gelangen so in stetigem auf und ab zum plattigen Bereich unterhalb des Gipfels, welchen wir in einfacher Kraxlerei überwinden und
so endlich auf dem Dach Korsikas, dem Monte Cinto 2‘706m stehen. Während wir von den Ersten sind, welche die tolle Aussicht bei angenehmen Temperaturen und ohne Wind geniessen können, treffen
immer mehr andere Berggänger von der Normalroute ein. Überrascht entdecken wir plötzlich, zwei uns bekannte Gesichter; Daenu und seine Freundin sind im
Anmarsch. Hätten wir das Zusammentreffen planen wollen, es hätte bestimmt nicht so gut geklappt ;o)! Freudig geniessen wir nun zusammen das Gipfeltreffen und machen uns danach gemeinsam an den,
mit fast zu vielen, teilweise verwirrenden Steinmandli markierten Abstieg über die eher eintönige Normalroute. Einige Stellen beanspruchen kurz die Hände zum Abklettern I und danach folgt loses
Geröll bis hinunter zum Refuge de l’Erco. Hier gönne ich mir ein erfrischendes Fussbad im prickelnd, kühlen Bach bevor wir die letzten 600m Abstieg unter die müden Beine
nehmen.